Das natürliche Gleichgewicht

In der Physik versteht man unter einem Gleichgewicht die gleichmäßige Verteilung der Masse auf die vorhandenen Stützflächen. Beim Pferd wären diese Stützen die Beine.

Betrachtet man nun das Pferd, so kommt man relativ schnell zu dem Schluss, dass hier keinesfalls eine Gleichgewichtssituation im Sinne der Physik vorliegen kann. Selbst wenn die Hinterhand noch so mächtig aussieht, das Gewicht von Hals und Kopf kann sie keinesfalls kompensieren. Das Pferd trägt also auf den Beinen der Vorhand mehr Last, als auf denen der Hinterhand.

Die Grammatik des Reitens - Das natürliche Gleichgewicht

Hinzu kommt noch, dass auch beim Pferd eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Händigkeit vorhanden ist, welche durch seine „natürliche Biegung“ (meist fälschlicherweise – Ursache mit Wirkung vertauschend – als „natürliche Schiefe“ bezeichnet) ein weiterer, die Gewichtsverteilung zur Ungleichheit hin verschärfender Faktor hinzukommt.

Steht das Pferd geschlossen auf allen vier Beinen, dann spricht man, trotz oder besser wegen der genannten Einflussfaktoren, von einem „natürlichen Gleichgewicht“.

Wenn wir ein Pferd zu einem Reitpferd entwickeln wollen, werden wir auch das „natürliche Gleichgewicht“ verändern. In einem ersten Schritt, indem wir es „Geraderichten“. Denn nur ein geradegerichtetes Pferd ist in der Lage seriös den Rücken anzuheben und sich aufzurichten.

Dieses Geraderichten bewirkt zunächst ein, nennen wir es mal „künstliches Gleichgewicht“. Erst wenn die damit zusammenhängenden neuen Bewegungs- und Haltungsmuster im Unterbewusstsein des Pferdes verankert sind, wird aus diesem künstlichen Gleichgewicht wieder ein (neues) natürliches Gleichgewicht.

Autor: Richard Vizethum
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