Wandlung der instinktiven Kräfte des Pferdes – Vorhandüberlastung

BEITRAG IM ENTWURFSSTADIUM

Das Pferd als Fluchttier benötigt eine hohe Reaktions- und Fluchtgeschwindigkeit. Dies wird gestützt und verstärkt durch die Vorhandlastigkeit des Pferdes. Durch diese kann das Pferd sehr energiesparend relativ hohe Geschwindigkeiten gehen. Dies geschieht u.a. dadurch, dass das Pferd quasi nach vorne stetig aus der Balance kommt (Hals- und Kopfaufrichtung haben einen Einfluss darauf) und sich – die energieintensivere Hinterhand meidend – schneller fortbewegen kann.

Tragen wir als Mensch einen schweren Rucksack und wären durch die Herausforderungen des Weges schon leidlich erschöpft, dann können wir uns damit behelfen, dass wir mehr Gewicht „auf die Vorhand“, besser gesagt nach vorne verlagern, in dem wir uns nach vorne beugen. Auch hier wirkt die Balanceverschiebung nach vorne „Hinterhand entlastend“ und wir sind in der Lage energiesparender – auch über längere Strecken – weiterzugehen.

Also zunächst einmal ein sehr praktisches und überlebenswichtiges Prinzip, welches die Natur hier bereitgestellt hat.

Reagiert nun das Pferd, z.B. beim Fluchtreflex, dann wird es instinktiv bestrebt sein, noch mehr Gewicht auf die Vorhand zu verlagern um schneller laufen zu können. Gut für das Pferd, schlecht für den Reiter.

Gegen ihn stehen nun zwei Effekte. Zum einen das Gewicht nach vorne an sich und zum anderen die kinetische Energie, sprich die Bewegungsenergie oder schlicht „Schwung“, der daraus resultiert und wiederum die Gewichtswirkung verstärkt.

Für den Reiter bedeutet dies zunächst einmal einen gewissen Kontrollverlust. Will er nun korrigierend einwirken, dann bedarf dies in der Regel eines stärkeren Einsatzes der verfügbaren Mittel. Feines Reiten ade!

Um die instinktiven Kräfte kontrollieren und in harmonische Kräfte umwandeln zu können wäre es also zunächst einmal – bezogen auf die Vorhandlastigkeit – wichtig:
Die Vorhandlastigkeit zu reduzieren!

AUFRICHTUNG UND BEIZÄUMUNG sind hier der Weg. Dabei handelt es sich zwar um eine absolute Aufrichtung, d.h., sie wird durch die Hand des Reiters ausgelöst. Dies geschieht zunächst einmal im Stehen, dabei wird das Pferd quasi auf ein entsprechendes Bewegungsmuster konditioniert.

Der Reiter hält das Pferd dabei nicht stetig mit den Händen oben, sondern wenn das Pferd im Unterkiefer und Genick nachgegeben hat, senkt er etwas seine Hand, das Pferd sollte nun die aufgerichtete und beigezäumte Haltung ohne „Unterstützung“ des Reiters beibehalten.

Autor: Richard Vizethum
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